Das war’s mit Cash: Warum STADTSALAT die Barzahlung abschafft

Wer schon in unserem Flagship-Store in Berlin war, hat gemerkt: Man kann dort nicht bar bezahlen. In der Hauptstadt setzen wir konsequent auf eine No-Cash-Policy, und wir erhalten sehr gutes Feedback — und vor allem kein schlechtes. Deshalb werden wir das Prinzip nach und nach ausweiten. Alle kommenden STADTSALAT-Filialen werden wir von Anfang an bargeldlos betreiben. In Hamburg ist Barzahlung aktuell noch möglich, die Transition zu einem vollständig bargeldlosen Betrieb werden wir aber wohl innerhalb der nächsten 12–24 Monate schaffen. Warum wir das machen? Weil der Verzicht auf Bargeld viele Vorteile hat. Für uns und für unsere Kunden.

Deutschland hinkt hinterher

Andere Länder machen längst vor, wie es geht: In den USA ein Päckchen Kaugummi mit Karte zahlen? Überhaupt kein Problem. In Amsterdam eine Kugel Eis mit der Smartwatch bezahlen? Easy! Schweden ist sogar drauf und dran, Bargeld komplett abzuschaffen. Deutschland hängt bei dem Thema noch meilenweit hinterher. Wir Deutschen hängen sehr an unserem Bargeld. Ich war selber bis vor 3 Jahren konsequenter Bargeldnutzer und erst seit ich Google Pay nutze, zahle ich nur noch cashless.

Umstellung auf cashless: Für STADTSALAT ein logischer und konsequenter Schritt

Die Entwicklung hin zum bargeldlosen Unternehmen fühlt sich für uns deshalb ganz natürlich an. Unsere Stärke liegt in der vertikalen Integration: Wir managen einen Großteil der Value-Chain in House. Von der Technologieplattform, über den direkten Kontakten zu Bauern und Produzenten, bis hin zur Auslieferung mit eigenen Fahrern, überblicken und kontrollieren wir unsere gesamte Value-Chain im Detail. So schaffen wir ein einmaliges und auf jeder Ebene qualitativ hochwertiges Produkterlebnis. Die Fortführung unserer digitalen Kompetenz bis hin zum Bezahlprozess ist damit nur konsequent und gibt uns auch an dieser Stelle mehr eigene Kontrolle.

Kein Bargeld — viele Vorteile

“Auf Bargeld zu verzichten bedeutet für uns vor allem deutlich geringere Handlingkosten, weniger Risiko und kürzere Transaktionszeiten an der Kasse”:

1. Wir sparen viel Zeit

Unsere Fahrer jeden Tag mit Geld auszustatten kostet Zeit. Und zwar richtig viel. Geld zählen, Geld verteilen, am Ende des Tages alles abrechnen: Bei 40 Fahren (alleine an unserem Hamburger Standort) dauert das pro Tag etwa fünf bis zehn Minuten pro Fahrer und nochmal knapp fünf Minuten auf Seiten des Schichtleiters. 15 Minuten mal 40 Fahrer — das sind knapp zehn Stunden Arbeitszeit täglich, die allein für diesen Teil des Bargeldhandlings draufgehen. Dazu kommt noch die Warte und Abwicklungszeit beim Kunden, das Erstellen der Tagesabrechnung, das Führen des Kassenbuchs und und und. Mindestens zehn Stunden pro Tag gehen so drauf. Zehn Stunden, die wir einfach lieber in andere Dinge investieren wollen. Zum Beispiel in die Suche nach neuen guten Zutaten.

2. Alles ist jederzeit nachvollziehbar

Einbruch bei STADTSALAT im Jahr 2016 — Unser erster Safe wurde geknackt.

Bei Bargeld hat man immer Schwund: Verlust, Blüten, Diebstahl (es gab auch bei uns schon Einbrüche) und unklare Differenzbeträge sind einfach ein Problem. Cashless sind sämtliche Bezahlvorgänge jederzeit transparent nachvollziehbar — Missverständnisse oder Misstrauen im Team können überhaupt gar nicht erst entstehen.

3. Wir reduzieren unsere Fixkosten

Die höheren Anforderungen an ein Kassensystem mit Bargeld verursachen Mehraufwände und gehen zu Lasten der Flexibilität. Die Kassenprüfungen durch externe Prüfer kosten Zeit, man muss Sicherheitskonzepte bereitstellen, braucht unter anderem einen Safe, spezielle Mitarbeiterschulungen und Versicherungen. Von den hohen Gebühren, die das Einzahlen von Bargeld bei der Bank kostet, wollen wir gar nicht erst sprechen…

4. Wir sind deutlich schneller

Ohne Cash wird die Transaktionszeit an der Kasse reduziert. Gerade zur Lunch-/Crunchtime, wenn der Andrang besonders groß ist, ist das gut für alle. Unser Personal hat weniger Aufwand, es können weniger Fehler passieren (z.B. bei der Herausgabe des Wechselgeldes) und der Kunde bekommt schneller sein Essen. Zum Vergleich: Ein vollständiger Kassierprozess dauert cashless etwa 20 Sekunden, eine Barzahlung doppelt so lang. Hygienischer ist es ohnehin, nicht permanent Münzen und Scheine in der Hand zu haben. Win, win, win.

Übrigens: Dass Kartenzahlungen für Unternehmen teuer sind, ist eine Urban Legend, die immer noch gern erzählt wird. Dabei ist die Interchange-Gebühr, die bei Kartenzahlungen fällig wird, inzwischen auf 0,3 % des Umsatzes bei Kreditkarten und 0,2 % bei EC-Karten gedeckelt. Das kann also aus Sicht des Gastronomen kein Argument mehr sein, keine Kartenzahlungen zu akzeptieren.

Es gibt aber auch Nachteile

Trotz aller Vorteile haben wir uns viele Gedanken gemacht, ob der konsequente Schritt weg vom Bargeld wirklich richtig ist. Einige Menschen möchten ganz bewusst auf Kreditkarte und Co. verzichten, weil sie Sorge um ihre Daten haben und nicht gläsern sein möchten. Und grenzen wir nicht einen Teil der Gesellschaft aus, wenn wir kein Bargeld mehr akzeptieren?

Gerade hier schlagen durchaus mehrere Herzen in unserer Brust. Wir verstehen uns als Unternehmen mit hoher sozialer Verantwortung und deswegen fiel uns der Schritt nicht leicht. Aber der Test in Berlin hat gezeigt, dass unsere Fans den Komfort der bargeldlosen Abwicklung sehr schätzen.

Bargeldlose Bezahlvorgänge nehmen zu

Bei einem Blick auf unsere Zahlen merkten wir, dass immer mehr Kunden ohnehin schon bargeldlos bezahlen. Seit 2016 hat sich der Anteil von Kunden, die über stadtsalat.de bestellen und bar zahlen, deutlich reduziert. Waren in Q1/2016 noch 70 % der Nutzer Barzahler, so sind es heute nur noch 20%.

Barzahlungen nehmen einen immer geringeren Stellenwert bei STADTSALAT ein.

Das bestätigt uns in unserer Entscheidung. Damit das aber alles nicht nur gut klingt, sondern auch im Alltag funktioniert, braucht es natürlich eine top Systemintegration. Nichts ist schlimmer, als den zu zahlenden Betrag nochmal manuell in das Kartenlesegerät eingeben zu müssen. Auch müssen die Strom- und Internetverbindung zuverlässig sein — denn sollte eines dieser Dinge ausfallen, läuft an der Kasse gar nichts mehr.

Bei den Gästen kommt es gut an

Google Kundenbewertung und positive Resonanz.

Zugegeben: Vor der Eröffnung unseres Flagship-Stores in Berlin waren wir trotzdem aufgeregt. Wir hatten Horrorgeschichten anderer Gastronomen gehört, die schon cashless-Konzepte eröffnet haben. Und von aufgebrachten Kunden erzählten, die im Laden laut wurden. Also haben wir uns auf den ein oder anderen Shitstorm eingestellt. Und was passierte? Nichts. Bisher haben wir keine nennenswerten Beschwerden von Kunden bekommen. Im Gegenteil: Sie sehen die Vorteile, die sie dadurch haben und loben den Ansatz als modern und fortschrittlich.

Mehr Komfort für den Kunden — mehr Zeit für das Wesentliche für uns

Das freut uns natürlich. Unser Ziel ist es, den Kunden möglichst komfortable Online-Bestellsysteme anzubieten, so dass der POS für Bezahltransaktionen immer weniger wichtiger wird. Unsere Vision ist, dass alle Kunden in den Store kommen, um ihren Salat zu essen oder abzuholen und ihn bereits vorher ausgewählt und bezahlt haben. So können wir uns vor Ort noch besser auf den Kunden konzentrieren, die Wartezeiten auf ein absolutes Minimum reduzieren und das perfekte Store-Erlebnis schaffen. Reine Zukunftsmusik? Keineswegs. 15 % unserer Kunden nutzen diesen Komfort schon heute täglich. Und die nächste Generation wächst fast selbstverständlich mit Paypal, Apple Pay & Co. auf. Der Wunsch, immer und überall bargeld- und vor allem kontaktlos bezahlen zu können, wird also größer und größer werden. Wir bedienen ihn. Und können uns so bald noch besser auf das wirklich Wesentliche konzentrieren: unseren Service und unser hervorragendes Essen.

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CEO STADTSALAT — biggest virtual salad bar chain in Germany.

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Marcus Berg

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